Snapshot-Airdrop auf Solana: Liste, Filter, Versand
Snapshot-Airdrop auf Solana planen: Moment wählen, Inhaberliste filtern, Beträge festlegen, mit einer Bestätigung senden und offen berichten.

Airdrops mit offenem Claim sind ein Buffet für Bot-Farmen: Wallet verbinden, Formular ausfüllen, abholen, verkaufen. Ein Snapshot-Airdrop dreht das um. Du hältst zu einem Zeitpunkt fest, wer deinen Token hält, filterst die Liste und schickst die Token direkt an diese Adressen. Die Empfänger müssen nichts tun: kein Formular, keine Signatur, kein SOL.
Dieser Leitfaden zeigt einen Snapshot-Airdrop aus Sicht des Absenders, vom gewählten Moment bis zum Bericht danach. Was ein Airdrop ist, erklärt unser Beitrag zum Krypto-Airdrop. Viele Verteilungen lassen die Empfänger nach dem Snapshot selbst abholen. Hier schickst du die Token aktiv zu.
Was ein Snapshot-Airdrop festhält und wann du ihn ziehst
Ein Snapshot hält fest, welche Wallets einen Token in einem bestimmten Augenblick halten, und wie viel. Wie bei einem Gruppenfoto: Wer nach dem Auslöser dazukommt, fehlt auf dem Bild und damit auf der Liste.
Ein rückwirkendes Datum gibt es bei einem Snapshot-Airdrop mit j.tools nicht. Der Inhaber-Snapshot liest die Inhaber so, wie sie beim Start des Scans sind. Das Ergebnis zeigt, wann es erstellt wurde, auf der Seite und in der exportierten Tabelle. Genau diese Uhrzeit nennst du später öffentlich.
Kündige den Zeitpunkt nicht vorher an. Wer weiß, wann die Liste entsteht, kauft kurz davor ein oder schiebt Bestände auf weitere Wallets, und die Liste bläht sich auf. Zieh den Snapshot ohne Vorwarnung und veröffentliche danach, wann er entstanden ist.
Was du vor dem Start brauchst
- Den Token, fertig erstellt und in der Wallet, aus der du sendest. Fehlt er noch, hilft Token erstellen ohne Code.
- SOL in derselben Wallet. Für jeden Empfänger ohne Konto für deinen Token zahlst du die Einlage eines neuen Kontos, dazu Netzwerkgebühren. Warum der Absender dieses Konto bezahlen darf, erklärt die Solana-Dokumentation zu Token-Konten.
- Eine schriftliche Regel, wer berechtigt ist, festgelegt, bevor du die Liste siehst. Wer erst danach entscheidet, bevorzugt am Ende Bekannte.
- Das Mainnet. Die Werkzeuge von j.tools laufen nur dort.
Schritt 1: die Berechtigungsregel festlegen
Drei Modelle stehen zur Wahl:
- Reine Inhaber: Dabei ist, wer mehr als einen Mindestbestand hält. Das einfachste Modell, und Fake-Konten stellen sich am leichtesten darauf ein.
- Inhaber mit Aktivität: Wer hält und zuletzt gehandelt hat. Der Inhaber-Snapshot zeigt nur das Wallet-Alter, die Trades siehst du in Wallet Scope.
- Staking oder LP: Wer den Token gestakt oder in einen Liquiditätspool eingebracht hat. Die hochwertigste Gruppe, nur reicht die Inhaberliste dafür nicht, denn eine LP-Position liegt als anderer Token oder eigene Position vor.
Ein Test hilft bei jeder Regel: Würde diese Wallet existieren, wenn es keinen Airdrop gäbe? Was mit Ja antwortet, ist deine echte Community.
Schritt 2: die Inhaberliste mit dem Inhaber-Snapshot ziehen

Im Inhaber-Snapshot für Solana-Token gibst du die Mint-Adresse ein oder wählst einen Token aus deiner Wallet. Dazu kommt die Tiefe: Top 100, 500, 1.000, 5.000 oder 10.000 Inhaber. Nimm die Stufe, die jede Wallet über deinem Mindestbestand erfasst. Das Tool braucht eine verbundene Wallet, signiert wird nichts.
Jede Zeile ist eine Wallet: Mehrere Token-Konten eines Besitzers fasst das Tool zusammen. Neben Bestand und Anteil an der Umlaufmenge stehen die Guthaben in SOL und USDC, für die obersten 1.000 Zeilen automatisch ausgefüllt. Dazu kommen das Wallet-Alter und Labels: Liquidität, CEX, Burn-Adresse, Programm, Entwickler, Whale, Neu und ein Top-Rang.
Bei sehr großen Token kann der Scan früher aufhören und meldet dann ein unvollständiges Ergebnis. Ein zweiter Lauf direkt danach kann dasselbe Ergebnis liefern.
Exportiert wird eine Excel-Datei mit genau den Zeilen, die gerade angezeigt werden. Leg diese erste Datei unverändert ab und arbeite mit einer Kopie.
Schritt 3: die Rohliste filtern
Der Snapshot ist noch keine Verteilerliste. Die Ausschlüsse aus unserem Leitfaden zur Token-Verteilung gelten auch hier. Raus müssen:
- Programmkonten. Pools, Tresore und Lock-Verträge gehören einem Programm, keinem Menschen. Das Tool markiert bekannte Pools als Liquidität, andere programmeigene Inhaber als Programm und die Burn-Adresse eigens.
- Börsen-Wallets. Dort landen Token in der Verwahrung der Börse, die über sie entscheidet. Das Label CEX trägt nur, wen das Tool als Börse kennt. Große Zeilen ohne Label prüfst du selbst im Explorer.
- Team und Treasury. Deine eigenen Wallets fliegen raus, ebenso die Zeile mit dem Label Entwickler.
- Kleinstbestände. Setz einen Mindestbestand. Jedes neue Empfängerkonto kostet dich eine Einlage, und hinter einem winzigen Bestand kann eine verlassene Wallet oder eine Farm stecken.
Für Fake-Konten gibt es Signale, keine Beweise:
- Junge Wallets. Das Alter kommt aus der ersten Transaktion, und alles unter 30 Tagen trägt das Label Neu. Sehr aktive Wallets gelten als etabliert, ohne Datum. Einen Altersfilter hat die Seite nicht, nach Alter filterst du in der Excel-Tabelle.
- Leeres SOL-Guthaben. Ein Grund, genauer hinzusehen, mehr nicht.
- Gemeinsame Geldgeber. Die Kartenansicht zeigt Finanzierungswege und fasst verbundene Wallets zu Clustern. Wallet Scope verfolgt, wer eine Wallet finanziert hat, und hält von Börsen finanzierte Wallets getrennt. Wie man solche Spuren liest, zeigt unser Leitfaden zum Bundle-Launch.
Perfekte Filter gibt es nicht. Das Ziel ist, dass eine Farm mehr kostet, als sie einbringt. Wer zu scharf filtert, wirft auch echte Inhaber raus.
Schritt 4: die Beträge festlegen
Der Multisender liest aus einer Liste nur die Adressen. Beträge legst du dort fest: Der Modus Gleich teilt eine Summe gleichmäßig auf, oder du tippst einen Betrag von Hand in eine Zeile, die ihn dann behält.
| Modell | So funktioniert es | Versand mit dem Multisender |
|---|---|---|
| Pauschal | Jede berechtigte Wallet bekommt dieselbe Menge. | Ein Lauf im Modus Gleich. |
| Gestaffelt | Bestandsstufen, die größere Stufe bekommt mehr. | Ein Lauf pro Stufe, jeweils im Modus Gleich. |
| Proportional | Die Menge folgt dem Bestand. | Beträge Zeile für Zeile eintippen, realistisch nur bei kurzen Listen. |
| Quadratwurzel | Die Menge folgt der Wurzel des Bestands und dämpft das Übergewicht der Whales. | Wie proportional: von Hand, Zeile für Zeile. |
Mach vorher die Gegenprobe. Empfänger zahlen bei diesem Snapshot-Airdrop nichts, also zählt allein, ob die Menge pro Wallet für einen Inhaber Gewicht hat. Wenn nicht, heb den Mindestbestand an oder wechsle das Modell.
Schritt 5: mit dem Multisender senden

Im Multisender für SPL-Token fügst du die Empfänger ein oder lädst eine CSV-, TXT-, JSON- oder TSV-Datei hoch. Die Excel-Datei aus dem Inhaber-Snapshot nimmt der Import nicht an. Kopier die Wallet-Spalte aus der Tabelle und füge sie ein, oder speichere nur diese Spalte als CSV.
Ungültige und doppelte Adressen sowie deine Absenderadresse zeigt das Tool an, gesendet wird erst nach dem Bereinigen. Es verschickt SOL oder Token, auch Token-2022, und legt fehlende Empfängerkonten im selben Versand an, auf deine Kosten. Vor der Signatur listet die Zusammenfassung Plattformgebühr, Netzwerkgebühr, die Einlagen für neue Empfängerkonten und die Summe, die deine Wallet verlässt. Deckt dein Guthaben einen Token-Versand nicht, startet er nicht, und der Fehlbetrag steht daneben.
Dann reicht eine Bestätigung. Deine Wallet signiert eine einzige Finanzierungstransaktion an eine Einweg-Wallet, die in deinem Browser-Tab entsteht. Diese Wallet schickt jeden Stapel und gibt danach zurück, was übrig ist. Lass den Tab offen, bis alles durch ist. Schließt er sich, öffne das Tool ein paar Minuten später im selben Browser, dann kommt der Rest zurück, die offenen Zeilen aber gehen nicht von selbst raus.
Token-2022-Token mit Transfergebühr oder Transfer-Hook bestätigst du dagegen Transaktion für Transaktion. Der Multisender packt mehrere Überweisungen in jede Transaktion und teilt die Liste selbst auf. Die Plattformgebühr fällt nur für Empfänger an, bei denen die Überweisung ankommt. Eine Obergrenze für Empfänger nennt das Tool nicht. Lange Listen schickst du besser in prüfbaren Teilen, etwa einen Lauf pro Stufe.
Schick den ersten Lauf an eine kurze Liste eigener Adressen im Mainnet. Die Zusammenfassung zeigt dir die Kosten, bevor du signierst. Eine Probe im Devnet geht nur mit der Solana-CLI und Test-SOL, außerhalb von j.tools.
Schritt 6: prüfen und ankündigen
Jede Empfängerzeile zeigt einen Status und einen Link zu Solscan. „Fehlgeschlagene wiederholen“ schickt nur die gescheiterten Zeilen erneut und berechnet wieder nur, was ankommt. Am Ende lädst du den CSV-Beleg herunter. In die Ankündigung gehören:
- der Zeitpunkt, den das Tool beim Snapshot angezeigt hat,
- die Regel im Wortlaut,
- jeder Filter und wie viele Wallets er entfernt hat,
- die gesendete Gesamtmenge und die endgültige Zahl der Wallets,
- ein paar Transaktionslinks,
- der Weg, auf dem sich ein übersehener Inhaber bei dir meldet.
Manche Empfänger sehen den Token zunächst nicht, weil ihre Wallet-App unbekannte Token als möglichen Spam ausblendet. Unser Beitrag zu fehlenden Token in Phantom zeigt, wie sie ihn über die Adresse finden.
Häufige Fehler beim Snapshot-Airdrop
- Den Zeitpunkt vorher ankündigen. Genau so entstehen die Fake-Konten, die du danach aussortierst.
- Börsen-Wallets und Pools in der Liste lassen. Die Token erreichen dort keinen Menschen.
- Nur die Netzwerkgebühr einplanen. Ist der Token für die Empfänger neu, sind die Einlagen für ihre neuen Konten der größere Posten. Bei einem Token, den sie schon halten, fallen keine an.
- Den Tab mitten im Lauf schließen. Der Rest kommt zurück, die offenen Zeilen bleiben ungesendet.
- Kein Plan für Reste. Was nicht ankommt, bleibt bei dir. Versuch es erneut, behalte es in der Treasury oder vernichte es mit Token verbrennen, wie unsere Anleitung zum Verbrennen zeigt.
Häufige Fragen zum Snapshot-Airdrop
Ist dieser Leitfaden zum Abholen eines Airdrops gedacht?
Nein, er richtet sich an den Absender. Wer einen Airdrop wie diesen zugeschickt bekommt, signiert nichts. Ein Link zum Abholen, der per Direktnachricht, Antwort oder Anzeige kommt und dich bittet, eine Wallet zu verbinden, ist ein verbreitetes Drainer-Muster.
Brauchen Empfänger SOL, um die Token zu bekommen?
Nein. Der Absender zahlt die Einlage für jedes Empfängerkonto, das noch nicht existiert. Laut der Solana-Dokumentation zum Token-Konto ist sie erstattbar, allerdings an den, der das Konto später schließt, nicht automatisch an dich.
Kann ich den Snapshot für ein vergangenes Datum ziehen?
Mit dem Inhaber-Snapshot nicht. Er liest die Inhaber so, wie sie beim Start sind. Leg den Moment fest, starte den Scan genau dann und bewahre den Export mit der angezeigten Uhrzeit auf.
Brauche ich die Erlaubnis der Inhaber für einen Airdrop?
Nein, jeder darf an jede Adresse senden. Viele Empfänger ignorieren den Token trotzdem, und manche Wallets blenden ihn als Spam aus. Eine kleinere, gezielte Liste bringt mehr als eine riesige.
Funktioniert ein Snapshot-Airdrop mit Token-2022?
Ja, beide Tools lesen und senden Token-2022. Eine Transfergebühr verringert, was jede Wallet bekommt, denn die Gebühr wird im Empfängerkonto einbehalten, wie die Solana-Dokumentation zu Transfergebühren beschreibt. Der Multisender schlägt sie nicht obendrauf, und solche Token brauchen eine Bestätigung pro Transaktion. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Tax-Token.
Die eigentliche Arbeit bei einem Snapshot-Airdrop steckt in der Liste. Stimmt sie, ist der Versand der leichte Teil.


