BOUTYWORK: das Stirn-Tattoo und wer die Bounty bezahlte
Juni 2026: Eine Bounty auf Pump.fun GO bot 40 SOL für ein $boutywork-Tattoo auf der Stirn. Was die Chain über Auszahlung und BOUTYWORK-Coin zeigt.

Anfang Juni 2026 bot eine Ausschreibung auf Pump.fun GO 40 SOL für ein Tattoo des Tickers $boutywork auf der Stirn. Ein Pump.fun-Nutzer namens Arivu nahm die Aufgabe an. Kurz darauf brachte eine andere Wallet einen Coin namens BOUTYWORK heraus, dessen Creator-Gebühren an ihn gehen.
Frühe Berichte über BOUTYWORK erzählten, die Belohnung sei nie angekommen. Die Seite von Pump.fun zu dieser Bounty und die Chain sagen etwas anderes: Arivus Wallet hat die 40 SOL am 8. Juni 2026 abgerufen. Hier steht, wie GO den Fall entschieden hat und auf welchem Weg der Coin ihn bezahlt.
Die Bounty auf Pump.fun GO: 40 SOL für $boutywork
GO ist die Bounty-Börse von Pump.fun. Jemand stellt eine Aufgabe mit Belohnung ein, andere reichen Nachweise ein, ein Gewinner wird bezahlt. Die Börse läuft bis heute. Am 4. Juni 2026, kurz nachdem Pump.fun GO geöffnet hatte, erschien eine Ausschreibung mit dem englischen Titel „TATTOO on the forehead.“
Verlangt war ein Tattoo des Tickers $boutywork auf der Stirn, dazu ein Video, das den Vorgang zeigt. Zwei Pflichtpunkte standen darunter: ein Videobeweis und die Stirn als Stelle. Die Belohnung betrug 40 SOL für genau einen Gewinner. Ein Ticker ist das Kürzel, unter dem ein Coin gehandelt wird, und das vorangestellte $ ist nur die übliche Schreibweise in sozialen Medien.
Mit der Veröffentlichung wanderten die 40 SOL in ein Escrow, ein Treuhandkonto des GO-Programms auf der Chain. Nach den heutigen Regeln von GO kann der Auftraggeber die Belohnung von da an nicht mehr abziehen. Die Ausschreibung auf Pump.fun GO zeigt Text, Belohnung und Ergebnis bis heute.
Die Ausschreibung war mit dem eigenen Coin des Auftraggebers verknüpft. Der heißt auf der Chain Bountywork, mit n, als Name wie als Ticker. Im Text hatte der Ticker also einen Buchstaben weniger als der Coin, zu dem die Ausschreibung gehörte. Das ist der nachprüfbare Kern des Tippfehlers, der später einem anderen Coin seinen Namen gab.
Wie GO die BOUTYWORK-Bounty entschieden hat
Arivus eigenes Pump.fun-Profil sagt, er habe die Herausforderung angenommen, sich $boutywork auf die Stirn tätowieren zu lassen, in der Schreibweise der Ausschreibung. Am 6. Juni 2026 reichte seine Wallet den Nachweis ein. Über den Gewinner entschied allerdings nicht der Auftraggeber.
Die Regeln von GO sagen heute: Der Auftraggeber darf einen Gewinner empfehlen, ausgezahlt wird aber erst, wenn das Team von Pump.fun die Entscheidung bestätigt. Die Moderatoren messen jede Einreichung streng am Text der Ausschreibung, oder in den Worten von GO: Deine Beschreibung ist das Regelwerk.
Nach der Wahl eines Gewinners folgt eine Einspruchsfrist. Wer Einspruch einlegt, hinterlegt dafür einen kleinen Einsatz in SOL. Danach veröffentlicht die Plattform die Auszahlung, und der Gewinner ruft sie ab. Die Schritte dieser Bounty im Juni folgten genau diesem Muster:
| Datum | Was geschah |
|---|---|
| 4. Juni 2026 | Ausschreibung veröffentlicht, 40 SOL liegen im Escrow |
| 6. Juni 2026 | Arivus Wallet reicht den Nachweis ein |
| 7. Juni 2026 | Die Moderatoren von Pump.fun wählen seine Einreichung für die 40 SOL |
| 8. Juni 2026 | Einsprüche gehen ein, einer davon von der Wallet des Auftraggebers |
| 8. Juni 2026 | Endgültige Entscheidung erneut für Arivu, Auszahlung veröffentlicht, 40 SOL abgerufen |
Der Auftraggeber konnte die Belohnung weder zurückholen noch selbst über sie bestimmen. Er legte Einspruch ein. Die endgültige Entscheidung, am selben Tag festgehalten, nannte trotzdem Arivus Einreichung, für dieselben 40 SOL. Worum es im Einspruch ging, lässt sich von außen nicht belegen, deshalb bleibt es hier offen.
Der BOUTYWORK-Coin und seine Creator-Gebühren
Am 7. Juni 2026, einen Tag nach der Einreichung und bevor GO irgendetwas entschieden hatte, brachte eine andere Wallet auf Pump.fun einen Coin namens BOUTYWORK heraus, in der falschen Schreibweise der Ausschreibung. Wer hinter dieser Wallet steht, ist nicht bekannt. Der Coin wurde gehandelt, schloss noch am selben Tag seine Bonding Curve ab und zog in einen Pool auf PumpSwap um. Was nach so einem Umzug passiert, erklärt unser Beitrag über PumpSwap.
Entscheidend ist der Creator-Eintrag. Als Creator von BOUTYWORK steht auf der Chain keine persönliche Wallet, sondern ein Fee-Sharing-Konto von Pump.fun. Dieses Konto führt genau einen Anteilseigner, Arivus Wallet, mit dem ganzen Creator-Anteil. Das Recht des Admins, die Aufteilung zu ändern, wurde widerrufen. Jede Creator-Gebühr, die der Coin verdient, kann damit nur an Arivus Wallet gehen, und niemand kann sie später umleiten.
Pump.fun nennt das „Share creator rewards“, also Creator-Belohnungen teilen, und die Coin-Seite zeigt die Anteilseigner und ob die Admin-Rechte widerrufen wurden. Jeder Trade schreibt den Creator-Anteil einem Vault gut. Bei einem Coin mit Fee-Sharing schüttet eine Verteilungstransaktion das Guthaben dieses Vaults an die eingetragenen Anteilseigner aus, und senden darf sie jede Wallet. Die Zahlungen an Arivus Wallet begannen am 7. Juni.
Bei einem gewöhnlichen Coin sammelt der Creator die Gebühren selbst ein, mit einer Transaktion, die er signiert. So beschreibt es die Dokumentation von Pump.fun zu Creator-Gebühren. Wo die Vaults liegen und wie du sie liest, steht in unserem Beitrag zum Pump.fun Creator-Vault. Die Gebührensätze legt Pump.fun in Stufen fest, einen einzigen Satz gibt es also nicht.
Das Geld selbst stammt aus Gebühren auf Trades mit einem Pump.fun-Coin, und jeder dieser Trades zahlte auch die Protokollgebühr von Pump.fun. Eine Spendenseite brauchte es nicht, ebenso wenig die Zustimmung des Auftraggebers der Bounty. Die Gebührenaufteilung des Coins wurde so zu einem Zahlungsweg eigener Art.
Was der Fall BOUTYWORK über GO zeigt
Die Belohnung war hinterlegt, bevor sich irgendwer tätowieren ließ, und der Auftraggeber konnte sie nicht zurücknehmen. Entschieden haben die Moderatoren von Pump.fun, und sie messen eine Einreichung am Text der Ausschreibung. Dort stand $boutywork. Wer Fremden eine Aufgabe stellt, sollte sie also exakt formulieren, denn gelesen wird, was veröffentlicht ist.
Ein Einspruch ist möglich und kostet einen Einsatz. In diesem Fall hat er am Ergebnis nichts geändert.
Unbequem bleibt der Fall trotzdem. Ein bleibendes Tattoo kostet etwas, das keine Auszahlung rückgängig macht. Die Inhaltsregeln von GO zählen heute auf, was eine Ausschreibung nicht verlangen darf, etwa die Beteiligung Minderjähriger, Nacktheit, Gewalt, Doxxing, Belästigung oder mit KI erzeugte Nachweise, die als echt ausgegeben werden. Ein Tattoo steht nicht auf dieser Liste.
Zwei Zahlungswege liefen nebeneinander. Die Belohnung im Escrow, abgewickelt von der Plattform. Und die festgeschriebene Gebührenaufteilung des Coins, gespeist aus dem Handel und ausgezahlt über Verteilungstransaktionen, die jeder senden kann. Der zweite Weg hängt am Handel: Ohne Trades gibt es keine Gebühren. Arivu selbst hat getan, was der Text der Ausschreibung verlangte, und die Plattform hat ihm recht gegeben.
So prüfst du, wohin die Creator-Gebühren eines Coins gehen
Nichts hindert jemanden daran, in der Geschichte eines Coins eine Person zu nennen und die Creator-Gebühren selbst zu behalten. Eine Geschichte nennt einen Menschen, die Chain nennt eine Wallet. Deshalb zählt zuerst der eingetragene Creator des Coins:
- Normale Wallet als Creator: Die Creator-Gebühren gehen an den, der diese Wallet kontrolliert, ganz gleich, was die Geschichte erzählt.
- Fee-Sharing-Konto als Creator: Dann zählen die Anteilseigner und die Frage, ob das Recht zur Änderung widerrufen wurde. Ohne Widerruf kann der Launcher die Aufteilung später ändern.
- Wallet und Mensch: Verknüpfe beide nur über etwas, das die Person selbst veröffentlicht hat, etwa ihr eigenes Pump.fun-Profil.
Die Coin-Seite von Pump.fun zeigt die Fee-Sharing-Einstellungen. Danach lohnt ein Blick darauf, wer den Coin hält. Der Inhaber-Snapshot von j.tools zeigt die Verteilung, die Wallet des Entwicklers, frische Wallets und die Konzentration. Wie du so eine Verteilung liest, erklärt unser Leitfaden zur Token-Verteilung.
Die Empfänger-Wallet oder die Wallet des Launchers schaust du dir mit Wallet Scope an: Guthaben, Token und Trades, für eine Wallet oder viele, und nur öffentliche Adressen. Weitere Warnsignale sammeln unsere acht Rugpull-Checks für Solana.
Startest du selbst einen Coin mit dem Werkzeug Pump.fun erstellen, ist die Wallet, die den Launch signiert, der Creator des Coins. Pump.fun erlaubt einem Creator, die Creator-Belohnungen nach dem Launch auf der Coin-Seite mit anderen Wallets zu teilen. Fee-Sharing richtet j.tools nicht ein.
Eine Geschichte beweist nichts über die Wallet, die dahintersteht. Bevor du einem Coin glaubst, der verspricht, seine Creator-Gebühren gingen an einen bestimmten Menschen, sieh nach, wo sie wirklich landen. Dieser Bericht ist keine Anlageberatung.
Häufige Fragen zu BOUTYWORK
Wurde die BOUTYWORK-Bounty ausgezahlt?
Ja, 40 SOL. Die Moderatoren von Pump.fun wählten Arivus Einreichung am 7. Juni 2026. Danach gingen Einsprüche ein, die Entscheidung blieb dieselbe, und seine Wallet rief die Belohnung am 8. Juni 2026 ab.
Konnte der Auftraggeber die Belohnung zurückhalten?
Nein. Die Belohnung lag ab der Veröffentlichung im Escrow und lässt sich nicht abziehen. Der Auftraggeber kann nur einen Gewinner empfehlen, die Entscheidung treffen die Moderatoren von Pump.fun. Wer anderer Meinung ist, kann gegen einen Einsatz Einspruch einlegen, und genau das ist hier geschehen.
Wohin gehen die Creator-Gebühren des BOUTYWORK-Coins?
An Arivus Wallet. Als Creator des Coins ist ein Fee-Sharing-Konto von Pump.fun eingetragen, mit seiner Wallet als einzigem Anteilseigner, und das Recht, daran etwas zu ändern, wurde widerrufen. Das Geld stammt aus dem Handel mit dem Coin.
Wie prüfe ich, wer die Creator-Gebühren eines Coins bekommt?
Sieh dir den eingetragenen Creator an: eine normale Wallet oder ein Fee-Sharing-Konto. Bei einem Fee-Sharing-Konto zählen die Anteilseigner und ob sich die Aufteilung noch ändern lässt. Die Verbindung zwischen Wallet und Mensch muss die Person selbst veröffentlicht haben. Die Coin-Seite von Pump.fun zeigt die Fee-Sharing-Einstellungen.
Ist diese Geschichte ein Grund, BOUTYWORK zu kaufen?
Nein. Das hier ist ein Bericht über das, was passiert ist, und keine Anlageberatung. Die Gebühren, die Arivu erreichen, stammen aus dem Handel und sagen nichts darüber, wie es den Käufern ergangen ist.
Was nachprüfbar bleibt
Nachlesen lassen sich der Text der Ausschreibung mit $boutywork, die Entscheidung der Plattform samt Abruf der 40 SOL und die festgeschriebene Aufteilung des BOUTYWORK-Coins. Wer Fremden eine Aufgabe stellt, muss damit rechnen, dass sie genau so gelesen wird, wie sie dasteht. Wie ein Meme-Coin überhaupt funktioniert, erklärt unser Beitrag über Meme-Coins.


